Notizen

    Silicon Valley - Meet and Greet

    13. März 2018

    Stanforduniversum

    Gemeinsam mit dem Journalistenstipendium „Tauchgänge in die Wissenschaft“ bin ich vier Tage im Silicon Valley unterwegs gewesen. Im Lab für Artificial Intelligence an der Stanford University durften wir einen Tiefsee-Roboter steuern und bekamen Insights nicht nur in die Universität an sich, sondern auch in viele weitere spannende Fachbereiche.

    Facebook, Google und die Gründerszene

    Auf dem Weg zum Facebook Campus sind wir an einem riesigen, kilometerlangem Neubau vorbeigefahren. Es hörte und hörte einfach nicht auf. Was das war? Der neue Facebook Campus. Wir haben dann allerdings noch den „alten“ besichtigt.

    Facebook Campus

    Eine Kleinstadt für rund 10.000 Mitarbeiter. Die sind vor allem jung, männlich und weiß. Das Essen ist auf dem Campus umsonst, genauso wie Zutritt zur „Bastelwerkstatt“, eine Holz- und Papierwerkstatt. Gearbeitet wird im Großraum, wobei Mark Zuckerberg wohl auch inmitten der Mitarbeiter an einem der langen Tische sitzt (wenn er da ist).

    Svea Instabox

    Während unserer Silicon Valley Tour haben wir zahlreiche Gründer kennen gelernt und durften auch in das ein oder andere Start Up hereinschauen. Besonders interessant ist, aus unserer Sicht, der Gründergeist – die Begeisterung mit der die Menschen hier neues ausprobieren wollen und mit welchen Enthusiasmus sie an ihre Projekte glauben (und sie auch verkaufen).

    Gehälter und Mieten sind in der Bay Area mittlerweile astronomisch. Ein kleines Apartment in San Francisco kostet monatlich um die 4500 US-Dollar Miete und die kleinen Holzhäuschen im Valley sind zum Teil eine Million wert. Viele Gehälter der großen Tech-Konzerne sind entsprechend, so dass sich die Leute das auch leisten können. Verloren haben die, die das nicht verdienen, die Kassierer, die Taxi-Fahrer und viele, viele, die die Infrastruktur am Leben erhalten. Gegensätze prallen hier sprichwörtlich aufeinander.

    Google Campus

    Bundeshack

    2. März 2018

    Angriff auf die Bundesregierung

    Als ich Anfang 2017 einen IT-Security Experten zum Thema „Sicherheit der Bundesregierung, Sicherheit des Parlaments vor der Bundestagswahl“ interviewt habe, gab er ein bemerkenswertes Zitat, an das ich an diesen Tagen eigentlich ständig denken muss.

    Es ging damals die ganze Zeit um das Thema „Sicherheit von den Wahlen“, also was jetzt noch sicher gemacht werden muss, damit die Wahlen nicht beeinflusst werden können, worauf die Regierung, worauf das Parlament achten muss. Darauf angesprochen sagte er: „Jetzt (fünf Monate vor der Wahl) brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen, denn die Angreifer, die sind schon längst drin“. Gruselig prophetisch, wie wir heute wissen.

    Heute Deutschland, morgen Schweden, übermorgen Südamerika.

    Die Angreifer, sie kamen leise und sie schlummerten (monate)lang. Soviel ist bis heute bekannt. Für mich einer der interessantesten Aspekte, dass vergleichbare Angriffe in einem ähnlichen Zeitraum weltweit beobachtet wurden. Das ergibt Sinn, denn warum sollten staatliche Hacker, die auf Informationen aus sind, nur ein einziges Ziel angreifen. Nein, der Angreifer auf Staatskosten kommt morgens ins Büro und arbeitet dann seine Liste ab. Natürlich werden weltweit Länder infiltriert. Heute Deutschland, morgen Schweden, übermorgen Südamerika.

    Svea Eckert vor Turla

    Und erst Monate später beginnt man sich zu bewegen. Dabei geht es immer darum nicht aufzufallen, sich möglichst ruhig zu verhalten und Informationen langsam heraus zu transferieren. Genau dieses Vorgehen konnte man auch hier beobachten.

    Meine Einschätzung dazu, in der Tagesschau, hier.

    Journalistenpreis

    27. Januar 2018

    Surveillance Studies

    Dankbar und stolz haben wir den Surveillance Studies Preis entgegengenommen. Es ist ein ganz besonderer Preis, denn er richtet sich explizit an Journalisten, die zum Thema Überwachung recherchieren. Und genau darum ging es uns auch bei #nacktimnetz, die Überwachung der Internetnutzer aufzuzeigen, nur eben nicht durch Geheimdienste und Staaten, sondern durch Unternehmen.

    Zitat aus der Begründung der Jury: „Beeindruckt hat die Jury vor allem die Art der Recherche sowie die Konfrontation von verschiedenen Betroffenen, insb. Bundestagsabgeordneten mit den Befunden.“

    Mehr dazu hier.